Tettnang 41. Fairtradetown in Deutschland
Bei der Übergabe: v.l. Ursula Restle, Kurt Metzger, Manfred Holz, Kajo Aicher, Bürgermeister Bruno Walter, Tanja BuchholzAls erste Stadt in der Region Oberschwaben wurde die Stadt Tettnang am 29.05.2011 im Rahmen der städtischen Leistungsschau mit dem Titel ausgezeichnet. Am Stand der Lokalen Agenda, an dem die Arbeit des Arbeitskreises „Tettnang – regional & fair“ und die der fünf weiteren Arbeitskreise präsentiert wurde, versammelten sich um 14.00 Uhr viele Bürger zur Übergabe der Urkunde an die weltweit 999. Fairtrade-Stadt.
Bürgermeister Bruno Walter nahm von Manfred Holz, der gebürtiger Tettnanger jedoch in Neuss tätig ist, die Ernennungsurkunde entgegen. Das Stadtoberhaupt lobte das Engagement der Steuerungsgruppe, die die fünf Kriterien für die Bewerbung innerhalb von fünf Monaten nach der Gründung erfüllen und zusammentragen konnte. In der Feierstunde, in der auch der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, Lothar Riebsamen, und der neu gewählte Landtagsabgeordnete Manfred Luccha anwesend waren, wurde deutlich, dass Tettnang in Sachen Fairtrade kein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist. Kajo Aicher, Aufsichtsrat der dwp Fairhandelsgesellschaft in Ravensburg und Mitglied im Arbeitskreis Peru der Tettnanger St. Gallus-Gemeinde sowie in der Steuerungsgruppe, konnte von über 20-jährigem Engagement im Fairen Handel in Tettnang berichten. Der Leiter der Steuerungsgruppe, Kurt Metzger, betonte, dass es bereits viele Initiativen, Institutionen und viele Händler gebe, die Fairtrade-Waren nutzen oder verkaufen würden und dass es die Gruppe als Aufgabe ansehe, diese Initiativen zusammenzuführen und dem Thema insgesamt mehr Gewicht zu verleihen.
Ursula Restle, Lehrerin am Montfortgymnasium und Mitglied im Arbeitskreis, erläuterte die Arbeit des Arbeitskreises „Eine Welt“, in dem Jugendliche mit ihren Verkäufen eine Schulspeisung in einem Dorf in Peru unterstützen. Im Laufe der Veranstaltung wurde klar, dass Bürgermeister und Arbeitskreismitglieder die Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt zwar unbedingt als Meilenstein sehen, aber dass die Arbeitsgruppe in Sachen Fairtrade noch viele weitere Ziele hat und demnach weitere Aktionen plant. Agenda-Beauftragte Tanja Buchholz bedankte sich bei allen Mitwirkenden und bat abschließend die Bürger, bei ihren alltäglichen Einkaufsentscheidungen die Waren aus fairem Handel stärker zu berücksichtigen
Tettnang ist erste Fairtrade-Stadt Oberschwabens
Arbeitskreis Tettnang „regional & fair“ feiert im Rahmen der Leistungsschau mit Stadt-Schokolade
Mitglieder des Arbeitskreises „Tettnang – regional & fair“ präsentieren die leckere Stadtschokolade, die aus Anlass der Auszeichnung Tettnangs als Fairtrade-Stadt aufgelegt wurde.

Anfang März hatte der Arbeitskreis „Tettnang – regional & fair“ die Bewerbung beim Verein TransFair e.V. eingereicht, vergangene Woche erreichte den Arbeitskreis die positive Nachricht: Zwei Tage nach Hamburg wird Tettnang im Rahmen der Leistungsschau am 29. Mai als „Fairtrade Town“ ausgezeichnet und wird somit als insgesamt 41. Stadt in Deutschland und als erste in der Region Oberschwaben diese Auszeichnung tragen.
Damit steht Tettnang in einer Reihe mit rund 950 Fairtrade Towns, die es weltweit in 20 Ländern gibt, darunter London, Rom, Brüssel und San Francisco. Weitere etwa 100 Kommunen arbeiten allein in Deutschland derzeit daran, diese Auszeichnung zu erhalten. Für den Arbeitskreis „Tettnang – regional & fair“ ist der Erfolg aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, im Gegenteil: „Diese Auszeichnung ist erst der Anfang – wir wollen eine gesamtstädtische Bewegung in Sachen Fairer und Regionaler Handel in Fahrt bringen und diese immer weiter entwickeln“, so Kurt Metzger, Sprecher des Arbeitskreises.
Mit einer Vielzahl von Aktionen, Publikationen und Bildungsveranstaltungen soll das Thema ins Bewusstsein von Bürgern, Institutionen, Firmen und Einzelhändlern gebracht werden. Aktionen wie die „Balljungs“, die jüngst mit Tettnanger Viertklässlern über die Bühne gingen, sollen die Jugend für das Thema sensibilisieren. Ein Einkaufsführer wird alle Verkaufsstellen in Tettnang auflisten, an denen fair gehandelte und regional produzierte Waren verkauft werden. In Sachen Fairtrade kann der Arbeitskreis auf viele kompetente Partner bauen: So hat der AK Peru der St. Gallus-Gemeinde rund 20 Jahre Erfahrung mit Waren aus Fairem Handel, auch die Eine-Welt-AG am Gymnasium ist bereits seit einigen Jahren erfolgreich aktiv. Der Agenda-Arbeitskreis, in dem auch einige Mitglieder der genannten Gruppen vertreten sind, möchte alle diese Aktivitäten zusammenführen, um Fairtrade in Tettnang voranzubringen. Am Agenda-Stand auf der Leistungsschau wird mit einem Aushang und verschiedene Broschüren über das Thema informiert, ebenso werden hier den ganzen Tag über Faire Waren zugunsten von Porcon verkauft.
Neben einem Rahmenprogramm zur Übergabe des Siegels erwartet die Besucher aber noch mehr am Agenda-Stand: Gutes Schätzvermögen ist bei einem Gewinnspiel gefragt, bei dem mit Unterstützung der Sparkasse Bodensee weitere Faire Fußbälle verlost werden. Der Arbeitskreis „Tettnang – regional & fair“ freut sich gemeinsam mit den fünf weiteren Agenda-Arbeitskreisen auf viele Besucher am Tage der Leistungsschau.
Tettnanger faire Schokolade

Mit einer besonderen Aktion möchte der Arbeitskreis die Auszeichnung „Fairtrade-Stadt“ feiern: Am Tag der Leistungsschau konnte am Agenda-Stand vor dem Rathaus erstmals die „Tettnanger Schokolade“ erworben werden.
Es handelt sich um faire, handgeschöpfte Schokolade der Geschmacksrichtung „Nougatvariationen“ von Zotter, die mit einer individuellen Banderole versehen ist. Außen ist eine bekannte Ansicht des Tettnanger Schlosses zu sehen, auf der Innenseite der Banderole gibt es Informationen zum Fairen Handel und zum Arbeitskreis. Teilnehmer der Leistungsschau, die an dem Tag ebenfalls diese besondere Schokolade verkaufen möchten, erhalten im Agenda-Büro weitere Informationen.


